Sport und Koffein - wenns mal wieder länger dauern muss...

Koffein ist keinesfalls ein Fremdwort, wenn es um Sport geht. Nicht umsonst stand es zwischen 1984 und 2004 auf der Dopingliste der World Anti Doping Agency und war somit bei sportlichen Wettkämpfen verboten. Allerdings gilt dieses Verbot seit 2004 nicht mehr, da es laut Experten unmöglich ist, im Urin festzustellen, ob der Sportler Koffein zur effektiven Steigerung seiner Leistung eingenommen hat oder ob er lediglich koffeinhaltige Lebensmittel bzw. Getränke verzehrt hat. Nach wie vor wird bei jedem Dopingtest allerdings auch auf Koffein geprüft. Genau wie auch bei zahlreichen anderen Lebensmitteln hängt es von der Dosis ab, wie sich das Koffein auf unseren Organismus auswirkt. Reines Koffein ist übrigens geruchloses, weisses, kristallartiges Pulver, das bitter schmeckt. Viele Sportler schwören auch heute noch auf Koffein vor dem Sport, um ausdauernder trainieren zu können. Dennoch sollte man vorsichtig sein, denn langfristig kann man sich damit mehr Schaden zufügen als sich etwas Gutes tun.
Wie wirkt sich Koffein beim Sport bzw. Abnehmen auf den Körper aus?
Es gibt ein breit gefächertes Spektrum an Wirkungen, die der Koffeinkonsum mit sich bringt. Wenn es um die Leistungsfähigkeit unseres Körpers geht, so ist in jedem Fall zu nennen, dass es durchaus eine erhöhe sportliche Leistung bewirken an. Weiterhin wird der Fettstoffwechsel durch Koffein gepusht, allerdings lediglich in einem geringen Umfang. Es ist also ein Ammenmärchen, dass viel Koffein beim Abnehmen Wunder bewirken kann – es kann die Diät lediglich etwas unterstützen.
Fakt ist allerdings, dass der Stoff unser Zentrales Nervensystem in Schwung bringt. Koffein hat eine unmittelbare Wirkung auf sämtliche sensorischen Bereiche unseres Gehirns. Dies führt wiederum zu einer verbesserten Konzentration bzw. einer gesteigerten Speicherkapazität und Aufmerksamkeit – beim Lernen ist regelmässiges Kaffeetrinken also nur zu empfehlen. Man sollte es natürlich nicht übertreiben.
Weiterhin wirkt sich Koffein allergiemindernd aus, weil es verhindert, dass Histamin ausgeschüttet wird, gleichzeitig erweitern sich die Bronchien sowie auch die Herzkranzgefässe. Letztere sind dafür zuständig, dem Herzmuskel Blut zuzuführen. Die Folge: Unser Herzschlag wird schneller und der Blutdruck erhöht sich.
In den Jahren, als Koffein noch als Dopingmittel galt, belief sich der Grenzwert auf 12 Nanogramm pro Urinprobe. Das ist sehr viel und es bedarf weitaus mehr als ein paar Tassen Kaffee, um diese Menge zu erreichen. Einige Hochleistungssportler, die in der Vergangenheit auf Koffein getestet worden sind, wiesen teilweise sogar einen Koffeinwert im Blut auf, der etwa 40 Tassen Kaffee entsprach.
Nebenwirkungen eines zu hohen Koffeinkonsums
Wer regelmässig und häufig Koffein in hohen Mengen konsumiert, muss vorsichtig sein. Es kann nach einer Weile passieren, dass sich die sogenannten Rückkopplungsprozesse in unseren Nervenzellen verändern bzw. der Körper sich an die Wirkung des Koffeins gewöhnt. Es ist daher wichtig, dem Gewöhnungseffekt vorzubeugen, wie beispielsweise, indem man als Sportler zumindest sieben Tage vor einem Wettkampf auf den Koffeinkonsum verzichtet. Weiterhin ist nicht eindeutig bestätigt, dass bei einer Neuaufnahme von Koffein eine bessere Ausdauerleistung eintritt.
Führt man seinem Körper also in hohen Dosen regelmässig Koffein zu, so kann es geschehen, dass der Stoff abhängig macht. Ob man selbst betroffen ist, kann relativ leicht überprüft werden: Wer eine Weile auf Koffein verzichtet und unter Entzugserscheinungen leidet, ist süchtig. Unter anderem zählen Kopfschmerzen, Schlappheit und Unwohlsein dazu, auch ein deutlicher Energieverlust ist bei einem Verzicht ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der Körper inzwischen an das Koffein gewöhnt hat. Weiterhin weisen Studien nach, dass der Körper mehr Natrium über den Urin ausscheidet. Das Glas Wasser, welches zum Espresso serviert wird, macht also durchaus Sinn. Nicht zuletzt wirkt sich der hohe Koffeinkonsum auf unsere gesamte Stimmung aus. Weniger Motivation, Antriebslosigkeit und sogar Depressionen zählen zu den typischen Entzugserscheinungen. Sie können bereits 12 Stunden nach dem letzten Konsum von Koffein auftreten und mehr als eine Woche lang anhalten.
Koffein als Nahrungsergänzung beim Sport – wirklich sinnvoll oder auch nicht?
Grundsätzlich ist Koffein natürlich kein schädlicher Stoff und damit auch beim Sport nicht bedenklich – so lange man es in gemässigten Dosen und nicht regelmässig einnimmt. Wer die Dosis unbewusst nach und nach erhöht, weil er sich dadurch ausdauernder fühlt, sollte vorsichtig sein, denn dies ist meist schon der Beginn der Abhängigkeit. Zwar kann es sehr verlockend sein, zu spüren, dass man mit mehr Koffein ausdauernder läuft bzw. allgemein trainiert, jedoch lässt der Einbruch meist nicht lange auf sich warten. Und langfristig nimmt jeder Körper Schaden davon, wenn der hohe Koffeinkonsum zur Gewohnheit wird. Lassen Sie auch auch hierüber noch einmal beim Arzt aufklären. Am besten ist es daher, Sie sprechen zuvor mit ihm und lassen eventuelle Bedenken für die Gesundheit abklären. Er sollte prüfen, wie es mit dem Blutdruck und dem Blutzucker aussieht bzw. ob das Herz gesund ist. Im Zweifelsfall gilt: Ein Kaffee vor dem Sport ist kein Problem – mehr sollte es allerdings nicht sein, allein schon der eigenen Gesundheit zuliebe nicht.

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